Krankheit als Sprache der Seele
Erst als ich Ordnung in die Seele meiner Patienten brachte, hatte ich vollen Erfolg. (Pfr. Sebastian Kneipp, 1821-1897)
Viele Krankheiten und Beschwerden sind oft Zustände, die darauf hinweisen, dass „etwas beim Menschen nicht in Ordnung ist, dass das innere Gleichgewicht gestört ist.
Sie haben sicher auch schon ähnliche Sätze erlebt: „immer, wenn ich ein neues Ereignis bevorstehen habe, spielt mein Darm verrückt oder „immer, wenn das Wetter feucht/kalt wird, bin ich niedergeschlagen oder „immer wenn ich mich ärgere bekomme ich Kopfschmerzen.
Heute wissen wir aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen, dass die biochemischen Prozesse in unserem Körper auch Produkte unseres Bewusstseins und unserer Gefühle sind. Glaube, Gedanken und Gefühle erschaffen die chemischen Reaktionen, die das Leben in jeder Zelle aufrecht erhalten. Geist und Körper sind untrennbar eins. Die chinesische Philosophie kennt bei der Betrachtung des Menschen keine Trennung von Körper und Geist. Zwischen beiden besteht eine ständige gegenseitige Beeinflussung. Psychische Funktionsstörungen können sich körperlich auswirken und umgekehrt. Die chinesischen Medizin kennt ein Denkmodell: das System der fünf Wandlungsphasen. Hier bestehen fünf Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) und fünf analog zugeordnete Organe (Leber, Herz, Milz/Pankreas, Lunge, Niere) sowie fünf Emotionen (Ärger, Freude, Sorgen, Trauer, Angst), eine jede in Verbindung mit ihrem Organ. Krankheiten und chronische Beschwerden entstehen demnach oft auch durch übersteigerte Gefühlsqualitäten oder durch blockierte Gefühlsqualitäten, sodass die entsprechenden Organe betroffen sind. In diesen Fällen kann eine Heilung bzw. Lösung vor allem durch Loslassen oder Zulassen der entsprechend gestörten Gefühlsregung eintreten. Hilfen hierzu bestehen im Wiederherstellen vom „Fluss der Energien, die unsere positiven Emotionen darstellen, d. h.: Gefühle erlauben, Erstarrtes lösen, Übersteigertes dämpfen, Vernachlässigtes fördern. Auch das Akzeptieren des Seins aller Persönlichkeitsanteile spielt hier eine wichtige Rolle, wie z. B.: ent-schulden, ver-zeihen, ent-scheiden etc.
Beispiel: die Wandlungsphase Wasser mit ihrer Zuordnung zum Funktionskreis Nieren und der klimatisch-jahreszeitlichen Zuordnung zum Winter bzw. der Kälte. Dieser Funktionskreis beherbergt den geistig-seelischen Aspekt des Willens. Die Willenskraft des „Funktionskreises Niere ist verantwortlich für das kraftvolle, entschlossene Erreichen der Dinge, die man sich vorgenommen hat. Der Wille, der nach vorwärts treibt und dem Menschen Rückgrat und Kraft verleiht, um etwas zu beenden. Dies setzt auch ein Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten voraus. Durch Einsicht in Prozesse, die durch uns nicht steuerbar sind, und durch Akzeptieren entsteht Kraft in der Ruhe, Sicherheit, Stabilität und Vertrauen. Seelische Beschwerden als Ausdruck einer geschwächten Energie im „Funktionskreis Niere können sein: Antriebsarmut, Misstrauen, Müdigkeit, Unsicherheit. Körperliche Beschwerden sind: Ischialgie, Knieschmerzen, Störungen im Bereich der Blasen oder Nieren. Bekannt sind in diesem Bezug Sätze wie „vor Angst schlottern die Knie, „ein Schock geht an die Nieren, „man hat kein Rückgrat.
In Akupunktursitzungen können psychosomatische Beschwerden ent-wirrt oder auf-gelöst werden wenn körperlich-seelische Zusammenhänge berücksichtigt werden. Im PÄN besteht zusätzlich die Möglichkeit, auch durch entsprechende Kneippsche Güsse Einfluss auf diejenigen Körperzonen zu nehmen, die sich bei bestimmten Beschwerden oder psychischen Blockaden melden. Zum Beispiel der ansteigende Lumbalguss mit seinem Bezug zur Lendenwirbelsäule und zu den Nieren, die Leibspirale mit ihrem Bezug zu den Verdauungsorganen sowie den Funktionskreisen Leber und Milz/Pankreas, der Brustguss mit seinem Bezug zur Lunge oder zum Herzen. So sehen Sie, wie die Kombination von Kneippscher Lehre mit dem Denkmodell der fünf Wandlungsphasen eine wunderbare Möglichkeit ist, um Ihre individuellen Beschwerden zu lindern und zu lösen.
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