Deutsch  |   English  |  Russisch Aktuelles  |   Impressum  |   Sprechzeiten  |   Kontakt

Die Bäder

Wie in der Kneipptherapie die Güsse das belebende Element darstellen,
haben die Bäder eine beruhigende Wirkung. Zu jedem Kneippbad wird immer
ein Extrakt aus Heilkräutern hinzu gegeben. In der Kneipptherapie kenn wir
das Armbad, das Wechselfußbad, das warme Sitzbad, das kurze, kalte
Halbbad und das warme Vollbad. Ich darf auf die Variationen der einzelnen Bäder kurz eingehen.

Das Wechselfußbad
Das Wechselfußbad eignet sich hervorragend zur allgemeinen Abhärtung, zur besseren Durchblutung der Beine, bei akuten oder chronischen Harnwegsinfekten, bei Hals- und Rachenerkrankungen und bei Kopfschmerzen.
Man benötigt hierbei zwei Gefäße, das eine wird gefüllt mit Wasser bis 40 Grad, das andere mit kaltem Wasser bis 15 Grad. Zunächst werden die Beine etwa zehn Minuten lang ins warme Wasser getaucht, dann wechselt man zehn Sekunden lang ins kalte Wasser. Daraufhin erfolgt wiederum Erwärmung im warmen Wasser bis 40 Grad. Beendet wird die Behandlung mit einer kurzen Abkühlung durch kaltes Wasser. Eine Variation ist das ansteigende Fußbad, welches hervorragend geeignet ist bei beginnenden grippalen Infekten. Man beginnt mit einer Temperatur von 36 Grad und steigert die Temperatur bis auf 42 Grad, indem man ständig heißes Wasser hinzulaufen lässt.

Das Armbad
Das Armbad wird als kaltes Armbad, als Wechselarmbad und als ansteigend heißes Armbad verordnet.
Nach dem biologischen Rhythmus werden Kaltanwendungen vorwiegend nachmittags durchgeführt. Das kalte Armbad ist eine Behandlung, die man während eines Spaziergangs am Wege durchführen kann (in Bad Wörishofen sind rings um den Ort zwölft Wassertretanlagen installiert).
Das kalte Armbad ist geeignet bei Abgeschlagenheit, Müdigkeit, nervösem Herzjagen, körperlicher oder geistiger Erschöpfung sowie bei instabilen Blutdruckverhältnissen.
Die Technik ist einfach: man braucht ein Gefäß mit kaltem Wasser, wobei die Temperatur bei 12 Grad liegen sollte. Die Arme werden unter leichter Bewegung etwa 20 Sekunden ins kalte Wasser getaucht, bis ein sogenannter Kälteschmerzreiz auftritt. Nach dem Herausnehmen der Arme wird das Wasser von der Haut abgestreift und nachfolgend werden die Arme bewegt, um sie schnell wieder zu erwärmen.
Es gilt hierbei der Grundsatz wie für alle Wasseranwendungen: nie eine kalte Anwendung mit kalten Händen durchführen.

Das Wechselarmbad
Das Wechselarmbad hat eine anregende Wirkung, vor allem auf die Durchblutung des Herzens und des Gehirns. Es wirkt kreislauffördernd, durchblutungsanregend, reguliert den Hochdruck und wird zusätzlich noch verwendet bei Polyarthrose der Finger, bei vegetativen Herzbeschwerden  und bei Erkrankungen der Lunge.
Technik: wir benötigen zwei Gefäße, das eine gefüllt mit kaltem Wasser bis etwa 18 Grad, das zweite mit warmem Wasser bis etwa 40 Grad. Zusätzlich werden noch Pflanzenextrakte hinzu gegeben. Die Arme werden im Wechsel zweimal im warmen Wasser aufgewärmt, dann erfolgt eine kurze Abkühlung im kalten Wasser (zehn Sekunden), um schließlich wieder in das warme Wasser zurückzukehren. Den Abschluss bildet ein kurzer, kalter Wasserreiz.

Eine Variation ist das ansteigend heiße Armbad, welches wir bei koronarer Herzerkrankung verordnen. Untersuchungen haben ergeben, dass durch ansteigende Armbäder, beginnend von 36 Grad bis auf 40 bis 41 Grad ansteigend, ein sogenannter Nitroeffekt auftritt. Es kommt reflektorisch zu einer Gefäßerweiterung und Verbesserung der Herzdurchblutung.

Das Wechselsitzbad
Indikationen für das Wechselsitzbad sind Erkrankungen des kleinen Beckens, Stuhlverstopfung, Hämorrhoiden und Blasenentzündungen.
Die Anwendung ist einfach durchzuführen: man benötigt zwei Sitzbadewannen, die eine gefüllt mit kaltem Wasser bis 18 Grad, die andere mit heißem Wasser von 38 bis 39 Grad. Die Badedauer beträgt etwa zehn bis 20 Minuten. Man beginnt mit dem warmen Sitzbad, etwa fünf Minuten lang und wechselt dann kurz auf das kalte Bad. Dies wird im Wechsel zweimal durchgeführt, anschließend muss Bettruhe eingehalten werden.

Halb-, Dreiviertel- und Vollbäder
Wannenbäder werden als Halb-, Dreiviertel- oder Vollbäder durchgeführt. Sie sind das beruhigende Element in der Kneipptherapie. Die Indikationsbreite erstreckt sich von Verspannungszuständen, vegetativen Beschwerden, Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates bis hin zu Schlafstörungen. Die Dauer eines Bades beträgt 15 Minuten. Nach jedem Bad erfolgt eine kurze kalte Abgießung, dann muss für eine Stunde Bettruhe eingehalten werden. Jedem Bad werden, je nach Indikation, Pflanzenextrakte beigegeben.

Eine hervorragende, belebende Wirkung hat das kurze kalte Halbbad, welches nur zehn Sekunden lang genommen wird. Es reguliert den Kreislauf, wirkt auf den Körper abhärtend und ist eine der besten Möglichkeiten, das vegetative Nervensystem wieder zu stabilisieren.

 

Kneipp-Bäder

Kneipp-Bäder