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2. Phytotherapie/Pflanzenheilkunde

Die Phytotherapie ist eine naturwissenschaftlich überprüf- und begründbare Behandlungsmethode nach den Grundsätzen der Allopathie. Arzneimittel sind ausschließlich Pflanzen, Pflanzenteile oder pflanzliche Bestandteile in unbearbeitetem Zustand oder in Form von Zubereitungen. Die Unbedenklichkeit eines Phytopharmakons ist eng mit seiner Qualität und Wirksamkeit verknüpft. Pflanzliche Drogen und Arzneimittel weisen ein günstiges Nutzen- Risikoverhältnis auf. Unerwünschte Wirkungen sind gut dokumentiert und führen zur Anordnung von Anwendungsbeschränkungen und Kontraindikationen. Charakteristisch für die Phytotherapie ist die Anwendung der Pflanzen (-Teile) und der daraus gewonnenen Extrakte/Phytopharmaka in ihrer natürlichen Gesamtheit als komplex zusammengesetztes Vielstoffgemisch. Phytopharmaka eignen sich zur Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und leichten bis mittelschweren Erkrankungen. Ihre Domäne liegt im Bereich chronischer, insbesondere funktioneller Störungen ohne morphologischen Organbefund.

Wichtige Indikationsgebiete:
- Atemwegserkrankungen/Stärkung des Immunsystems
- Verdauungsstörungen
- Erkrankungen des Leber- Galle- Systems
- Erkrankungen des Urogenitaltrakts
- Erkrankungen des Herz- Kreislauf- Systems
- Schlafstörungen
- Unruhezustände
- leichte bis mittelschwere Depressionen

Die milde Wirkung von Phytopharmaka konnte mit entsprechend aufwändigen, klinischen Studien nachgewiesen werden (z.B. Müller-Limroth, Schilcher, Wagner). Im Doppelblindversuch gegenüber Placebo konnte z.B. nachgewiesen werden, dass eine Kombination von Baldrian und Hopfen den durch Lärmeinspielung gestörten Schlaf deutlich bessert.